Wissenswertes

Die Lehre von den Erkrankungen des Enddarmes ist die Proktologie, der zuständige Spezialist ist daher der Proktologe. Ärzte mehrerer Fachrichtungen wie z.B. Hautärzte (Dermatologen), Ärzte für Innere Medizin (Internisten) oder Chirurgen können „Proktologie“ als Schwerpunkt betreiben.

Viele Erkrankungen des Enddarmes können auch höhere Abschnitte des Verdauungstraktes betreffen und erfordern daher eventuell die Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für Darmerkrankungen.

Die Adressen der Proktologen finden Sie in der Ärztetafel des Telefonbuches. Falls in Ihrem Telefonbuch keine eigenständige Rubrik für Proktologen eingerichtet wurde, können Sie unter den dazugehörigen Facharztrubriken (z.B. Hautärzte, Internisten, Chirurgen) nachsehen.

Dort werden die Zusatzbezeichnungen der einzelnen Ärzte im Allgemeinen mit aufgeführt. Neben der Ärztetafel des Telefonbuches bieten zahlreiche Gesundheitsportale im Internet die Möglichkeit einer Suche nach Ärzten und Fachärzten einer bestimmten Region.

Darüber hinaus gibt es spezielle Suchdienste wie die Website darmspezialisten.dewww.koloproktologie.org.

Zum Auffinden eines Enddarm-Spezialisten hat der Berufsverband der Coloproktologen eine spezielle Rubrik mit Suchmöglichkeiten nach Deutschlandkarte oder Postleitzahleingerichtet.


Was ist ein Koloproktologe?

Koloproktologen befassen sich überwiegend oder ausschließlich mit Erkrankungen des Dickdarms, des Enddarms, des Beckenbodens sowie des Anus. Es handelt sich nicht um eine Facharztbezeichnung im Sinne der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer. Vielmehr haben sich Koloproktologen durch zusätzliche Weiterbildung in diesem Fachgebiet spezialisiert.

Es handelt sich um eine Querschnittsdisziplin aus Chirurgie, Innerer Medizin sowie Dermatologie. Koloproktologen sind meist Chirurgen, aber auch Hautärzte oder  anderen-spezialsieren sich in diesem Fachgebiet. Dickdarm, Enddarm und Beckenboden stellen ein Organsystem dar. Insofern ist es aus Sicht des Koloproktologen sinnvoll, den Patienten mit Darmproblemen aus dem Blickwinkel des Darmspezialisten zu betrachten.

Vor diesem Hintergrund versucht  Berufsverband der Koloproktologen oder Deutsche Gesellschaft der Coloproktolgie, eine patientenorientierte  und nach medizinischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimale Patientenversorgung darzustellen. Selbstverständlich ist ein zentraler Punkt der koloproktologischen Arbeit auch die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen des Dickdarms und Enddarms!

Vorrangiges Ziel ist es aber, bereits die Entstehung des Darmkrebs zu verhindern! Darmspezialisten aller Facharztgruppen und –organisationen rufen gemeinsam zur Teilnahme am Früherkennungsprogramm auf, um das Erkrankungsrisiko jedes Einzelnen zu beseitigen.

"Was oben reinkommt, muss unten wieder raus (zumindest Teile davon)", das sagt sich so leicht. Aber die Nahrung muss einen ganz schön langen Weg hinter sich bringen, bis ihr die verwertbaren Bestandteile entzogen worden sind und die Reste zur Ausscheidung bereit sind. Der Verdauungskanal mit seinen Bestandteilen Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Mastdarm und After ist bis zu neun Metern lang. Alles braucht seine Zeit. Diesen Weg könnte man mit einer Slalomstrecke vergleichen.

Die Nahrung muss diesen Slalom absolvieren und dazu braucht sie unterschiedlich lange. In etwa dauert es 60 bis 120 Stunden.

Verstopfung erst, wenn die Intervalle größer als drei Tage sind.

Wer hätte das gedacht. Zwischen zweieinhalb und fünf Tagen für einen einfachen Slalom. Wen wundert es da noch, dass der Stuhlgang zeitlich starken Schwankungen unterliegen kann. Man muss nicht jeden Tag müssen. Manchmal braucht die Nahrung einfach etwas länger. Erst, wenn die Intervalle zwischen den "Zielankünften der Nahrung" (Stuhlgang) größer als 3 Tage sind, spricht man von Verstopfung.


Chronische Verstopfung

Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Sehr viele Menschen leiden unter einer chronischen (das bedeutet: lang anhaltend) Verstopfung. Ungefähr 12 Prozent; das sind die, von denen die Ärzte etwas erfahren. Weil nur wenige Menschen wegen einer Verstopfung zum Arzt gehen ist die Zahl der tatsächlich Betroffenen sehr viel höher. Betroffen sind häufig Frauen, insbesondere schwangere Frauen, Kleinkinder und ältere Menschen.

Zeichen einer Verstopfung

Die Betroffenen leiden meistens unter Völlegefühl und einem allgemeinen Unwohlsein. Der Bauch kann angeschwollen sein. Häufig ist der Stuhlgang dann schwierig und oft schmerzhaft. Meistens werden dann viele kleine und harte Bröckchen ausgeschieden. Die Einstellung, Kot sei ungesund, gehört auf den Müll.

Bei vielen entsteht auch ein Gefühl der nicht völligen Darmentleerung. Das ist den Betroffenen oft sehr unangenehm, weil sie denken, dass der im Darm verbleibende "Müll" zu einer "Selbstvergiftung" führt. Diese Auffassung ist unhaltbar und beruht auf dem "Igitt-Gefühl", das viele immer noch mit dem Stuhlgang verbinden.

Bei lang anhaltenden Verstopfungen können gesundheitliche Probleme entstehen.

Bei länger andauernden Beschwerden den Arzt aufsuchen. Diese gesundheitlichen Probleme sind nur eine Auflistung der Möglichkeiten. Sie entstehen nicht in jedem Fall und nicht bei jedem Menschen, der unter Verstopfung leidet. Verstopfung ist in den meisten Fällen nicht auf schwerwiegende Erkrankungen zurückzuführen.